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Kreis fördert mit 4 Mio. Euro Erweiterungsbau der Kinder- und Frauenklinik

Unter der Überschrift „Gesunde Kliniken 2020“ stellte Landrat Erich Pipa, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken ist, im Mai vergangenen Jahres drei große Bauprojekte vor, die die Krankenhäuser in Gelnhausen und Schlüchtern in den nächsten Jahren begleiten. Gestern wurde der offizielle Baustart zum Erweiterungsbau der Gelnhäuser Kinder- und Frauenklinik gefeiert und damit der Auftakt für die drei Großprojekte gemacht. Die Fertigstellung für die Erweiterungen der Kinder- und Frauenklinik ist für Anfang 2017 geplant.

„Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen.“ Mit diesem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry untermalte Pipa das Ziel, das sich der Main-Kinzig-Kreis als Eigentümer des Gelnhäuser und Schlüchterner Krankenhauses auf die Fahne geschrieben hat: „Wir wollen die Main-Kinzig-Kliniken mit baulichen Erweiterungen und Modernisierungen fit für die Zukunft machen.“ Denn in den vergangenen Jahren haben sich, so der Aufsichtsratsvorsitzende, von Jahr zu Jahr mehr Menschen für eine medizinische Behandlung in die Main-Kinzig-Kliniken begeben. Während in 2005 noch rund 19.500 Patienten stationär versorgt wurden, waren es in 2014 schon 31.000 stationäre Patienten.

Den kontinuierlichen Patientenzuwachs bestätigten auch Dr. Elke Schulmeyer, Chefärztin der Frauenklinik, und Dr. Hans-Ulrich Rhodius, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinderklinik. So zähle die Gelnhäuser Geburtshilfe mit jährlich rund 1.500 Geburten zu den zehn größten Geburtskliniken in Hessen. Und auch in der Kinderklinik werden heute pro Jahr rund 3.400 kleine Patienten stationär sowie ca. 9.000 Mädchen und Jungen in der Kinder-Notaufnahme behandelt. Doch die Flächen sind in den vergangenen zehn Jahren gleich geblieben. „Wir sind so froh, dass die räumliche Situation nun endlich an den Bedarf angepasst wird“, betonte auch Dieter Bartsch, Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken.

Zugleich brachte Landrat Pipa eine weitere freudige Nachricht mit: „Da die Notwendigkeit der Bau- und Modernisierungsmaßnahmen auf der Hand liegt, hat sich der Kreistag einstimmig entschieden, dieses Bauprojekt mit einer Förderung in Höhe von vier Millionen Euro zu unterstützen.“ Der Kreis stehe hinter seinen Kliniken. „Das ist ein absolut positives Aufbruchsignal für unsere Mitarbeiter und Patienten in die Zukunft“, freute sich Bartsch und dankte Pipa dafür, dass er sich für die Main-Kinzig-Kliniken so intensiv eingesetzt habe.

Insgesamt belaufen sich die geschätzten Kosten für die Baumaßnahme am Gebäude B, in dem sich die Kinder- und Frauenklinik befinden, auf ca. 6,9 Millionen Euro. Die Restsumme in Höhe von 2,9 Millionen Euro wird über Pauschalfördermittel des Landes Hessen finanziert. Nach Fertigstellung stehen der Kinder- und Frauenklinik zusätzliche 2.250 Quadratmeter zur Verfügung.

Dabei teilt sich der Bau, wie Pipa darstellte, in zwei Bereiche: Der Hauptteil und damit größere Bereich ist ein Erweiterungsbau, der auf den bereits bestehenden Flachbau aufgesetzt und mit dem Gebäude B verbunden wird. Hier gewinnen die Kliniken drei Etagen mit je 560 Quadratmetern. In der vierten Etage erwartet Patienten, Besucher und Mitarbeiter ein Highlight: Ein 130 Quadratmeter großer Multifunktionsraum, der künftig für Fortbildungen, Konferenzen und Kurse genutzt werden kann. „Eine Fensterfront über die komplette Länge des Raums in Richtung Süden wird einen hervorragenden Blick über das Kinzigtal bieten“, berichtete Dr. Schulmeyer, die zugleich bekannt gab, dass hier unter anderem Veranstaltungen rund um die Themen „Schwangerschaft“ und „Eltern werden“ stattfinden werden. „Ob der Infoabend für werdende Eltern, Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungsgymnastik oder eines unserer anderen zahlreichen Angebote – dieser Raum ist prädestiniert dafür und bietet ein wirklich freundliches Ambiente.“

So auch die vier großzügigen Familienzimmer, die ebenfalls ab 2017 mit einem Wohlfühlambiente aufwarten. Neben einer gemütlichen Sitzgruppe, einem Smart-TV und Möbeln in Nussbaum-Optik ist es vor allem ein großes Zusatzbett, das der jungen Familie die Tage im Krankenhaus so angenehm wie möglich machen soll.

Insgesamt gewinnen die Kliniken durch den Erweiterungsbau mehr Komfort, sowohl für die Patientinnen der Frauenklinik als auch die kleinen Patienten der Kinderklinik. In der Kinderklinik entsteht eine komplett neue Station, die neben zusätzlichen Untersuchungs- und Arztzimmern auch neue Patientenzimmer erhält. Das Besondere hierbei: Viele Räume werden so viel Platz bieten, dass ein Zusatzbett für ein Elternteil gleich integriert wird.

Für die Kinderklinik wird aber vor allem der zweite Bereich des Bauprojekts eine große Rolle spielen. Denn in einem zweigeschossigen Anbau, der nordöstlich auf das bestehende Herzkatheterlabor aufgesetzt wird (hinter dem Gebäude B, Richtung Wilhelm-Schöffer-Str.), kommt die neue Kinder-Notaufnahme auf insgesamt 180 Quadratmetern unter. Wo also heute zwei Untersuchungsräume zur Verfügung stehen, werden dann acht Untersuchungsräume sowie eine neue größere Anmeldung mit angeschlossenem Warteraum sein. „Dadurch wird vor allem die Situation in den Wartebereichen entzerrt“, erläuterte der Ärztliche Direktor Dr. Rhodius und ergänzte, dass davon die wartenden Eltern mit ihren kranken Kindern genauso profitieren wie auch die Mitarbeiter, für welche die neuen Räume eine Erleichterung im Arbeitsalltag bringen werden.

Dies wollen auch die beiden Fördervereine Barbarossakinder – Pro Kinderklinik Gelnhausen e.V. und Kinderhilfestiftung Frankfurt e.V. unterstützen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, als großes Projekt die Erweiterung der Kinderklinik und den dringend erforderlichen Ausbau der Kinder-Notaufnahme zu fördern“, beschrieb Bettina Büdel, Vorsitzende der Barbarossakinder, das wichtigstes Förderziel, das sich der Verein zur Gründung im Jahr 2012 vorgenommen hat. „Und heute sind wir soweit“, freute sie sich. Auch Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung Frankfurt, sprach sich für die Unterstützung der Kinderklinik aus: „Gerne wollen wir helfen, den Innenausbau optimal auf die Bedürfnisse der Eltern und Kinder anpassen zu können.“ Denn im Fokus der Frankfurter Stiftung stünden nicht nur die kleinen und große Nöte der Kinder aus der Stadt, vielmehr „wollen wir auch für die Kinder im Umland die bestmögliche Versorgung erhalten“. Daher setze sich die Kinderhilfestiftung schon seit längerer Zeit für die Gelnhäuser Kinderklinik ein. Seibert: „Wir sind davon überzeugt, dass hier eine großartige Arbeit geleistet wird, die aufgrund enger finanzieller Rahmenbedingungen die Unterstützung aus der Gesellschaft gut gebrauchen kann.“

Das unterstrich auch der Landrat: „Die Politik hat sich zur Zukunftssicherung der Main-Kinzig-Kliniken bekannt, selten habe ich im Kreistag einen solchen Konsens zwischen allen Fraktionen erlebt. Doch letztlich haben wir vieles der Einsatzbereitschaft unser Bürger zu verdanken. Das ist einfach toll, was sie alle gemeinschaftlich auf die Beine stellen.“

Quelle: Unternehmenskommunikation Main-Kinzig-Kliniken; Gelnhausen, den 8. Juli 2015

Bildinformation:

Mit einer Förderung in Höhe von vier Millionen Euro wird die Erweiterung der Gelnhäuser Kinder- und Frauenklinik sowohl von kommunalpolitischer Seite als auch durch das ehrenamtliche Engagement der Fördervereine getragen.

Kleine Bilder: Kindernotaufnahme, Gebäude von außen, 2x Familienzimmer, 2x Multifunktionsraum in unterschiedlicher Nutzung

Großes Bild v.l.n.r.: Irene Pahlich (Vorstandsmitglied Freunde und Förderer des Krankenhauses Gelnhausen e.V.), Thorsten Stolz (Bürgermeister Gelnhausen), Bruno Seibert (Vorsitzender Kinderhilfestiftung Frankfurt e.V.), Jürgen Michaelis (Vorsitzender Freunde und Förderer), Susanne Simmler (Erste Kreisbeigeordnete), Dr.  Hans-Ulrich Rhodius (Ärztlicher Direktor Main-Kinzig-Kliniken), Marianne Hain (Kreisausschussmitglied), Landrat Erich Pipa, Ole Schön (Vorstandsmitglied Barbarossakinder e.V.), Dr. Elke Schulmeyer (Chefärztin Frauenklinik), Bettina Büdel (Vorsitzende Barbarossakinder e.V.), Jutta John-Schneider (Vorstandsmitglied Barbarossakinder e.V.), Dieter Bartsch (Geschäftsführer Main-Kinzig-Kliniken), Matthias Zach (Zweiter Kreisbeigeordneter) und Regina Günther (Vorstandsmitglied Barbarossakinder e.V.).

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